Deep Space Five

Stardate ganz-am-Anfang, Admiral´s Log

Ankunft

Ich bin Admiral Jared O`Connor, Befehlshaber der Raumstation Deep Space Five. Heute um genau 18.00 Uhr habe ich das Kommando über die Station übernommen. Nach über sieben Jahren ist DS 5 wieder in Betrieb.
Die Station hat schon eine recht bewegte Geschichte hinter sich: Sie ist eine der ältesten Stationen der Föderation überhaupt und war zunächst als Memory Prime eine reine Informations- und Bibliotheksstation. Vor etwas über einem Jahrhundert jedoch wurde die Station verlassen vorgefunden, nur ein fremdartiges Energiewesen war noch an Bord. Der Kommandant des Raumschiffs, das die leere Station entdeckt hatte, nahm an, daß es für das Verschwinden der Mannschaft verantwortlich sei, was sich aber so nie bestätigen ließ. Tatsächlich behauptete das Wesen später sogar, die Station sei bei seinem Eintreffen schon leer gewesen. Jedenfalls wurde das Energiegeschöpf, das sehr neugierig war und fast unendliche Mengen an Information speichern konnte, zum Kern der wieder in Betrieb genommenen Station.
Vor sieben Jahren fanden vier aus dem Urlaub zurückkehrende Techniker Memory Alpha, wie die Station nach dem ersten Zwischenfall umbenannt worden war, erneut völlig leer vor. Auch das Energiewesen war verschwunden, die Datenbänke der Computer leer und der Energiekern außer Betrieb. Die nächsten vier Jahre verbrachten die besten Techniker und Wissenschaftler der Föderation mit dem Versuch herauszufinden, was sich auf der Station zugetragen hatte – ohne Ergebnis. Da Memory Alpha jedoch nicht beschädigt war, beschloß das Sternenflottenkommando, die Station wieder in Betrieb zu nehmen. Die nächsten drei Jahre wurden damit verbracht, die schon recht alte Station wieder auf den heutigen technischen Standard zu bringen. Vor wenigen Tagen wurden alle Reparaturen beendet, und die Station als Deep Space 5 wieder in Betrieb genommen.
Ich wurde für die Aufgabe als Kommandant von DS 5 zum Admiral befördert. Tatsächlich handelt es dabei wohl eher um eine sogenannte „Strafbeförderung“. Bei meiner Aufnahme des Erstkontakts zu der in diesem Teil des Quadranten mächtigen Spezies der Altaû habe ich offensichtlich der einen oder anderen Vorschrift nicht genug Beachtung geschenkt (Anmerkung des Ersten Offiziers: Admiral O`Connor verstieß bei seiner Kontaktaufnahme nicht nur gegen einen direkten Befehl von Starfleet Command, sondern auch gegen 36 mehr oder weniger wichtige Direktiven, die ihm durchaus bekannt waren.). Allerdings war ich etwas zu erfolgreich bei meiner Mission, sodass die Admiräle keine diplomatischen Schwierigkeiten mit den Altaû riskieren wollten, indem sie mich vor ein Kriegsgericht gestellt hätten. Stattdessen hat man mich befördert, von meinen Dienst auf der U.S.S. Bismarck befreit und auf nach DS 5 versetzt, von wo aus ich die diplomatischen Beziehungen zu den Altaû halten soll.

Bei meiner Aufgabe steht mir als Erster Offizier Commander Tamara Vrenskaya zur Seite. Sie ist Russin und eine Spezialistin für Starfleet-Regelungen, Statuten und ähnliche Dinge. Offenbar soll sie aufpassen, dass ich mich als Kommandant der Station an die Regeln halte. Meine anderen Senior Officers sind Chief of Operations Abra Mato Keng-hai-Do, eine redselige Bolianerin; Commander Rinaldo Askui, ein Mensch von Kanuit, einem Hoch-g-Eisplaneten, Sicherheitschef; Lieutenant Cmdr. T´Leia, eine kunstsinnige Vulkanierin, Chefin der Medizinischen Abteilung; Lieutenant Cmdr. Navak, Wissenschaftsoffizier; Commander Corazon Martinez, Kommunikationsspezialistin und Dr. Maeljin Noj, Bibliothekar. Von ihnen sind Lt.Cmdr. Navak, Cmdr. Martinez und Dr. Noj noch nicht auf der Station eingetroffen.

DS 5 verfügt in seinem oberen Teil über die Quartiere der Sternenflottenangehörige und die ausgedehnten Datenbänke des Memory Core, während sich im unteren Teil neben dem Energy Core und den Gästequartieren auch die Galerie befindet. Dort gibt es Läden, Restaurants, ein Irish Pub und eine klingonische Kampfsportschule. Es gibt sogar einen cardassianischen Buchhändler, der von einigen Leuten verdächtigt wird, ein Spion zu sein…

View
Stardate kurz darauf, Admiral´s Log

Erste Probleme mit den Orionern

Der Aufenthalt auf der Station scheint nicht ganz so langweilig zu werden, wie ich dachte: Heute, am Tag meiner Ankunft, gab es schon den ersten Anschlag auf mein Leben – in meinem Quartier ging eine Bombe hoch! Offensichtlich ist das orionische Syndikat nicht allzu begeistert, mich direkt vor seiner Nase zu haben…
Der Anschlag war von einem Lethianer ausgeführt worden, der allerdings recht leicht als Auftragskiller des Syndikats identifiziert werden konnte: Zur selben Zeit wurde nämlich auf der Station ein blinder Passagier entdeckt, ein etwa sechzehnjähriger Junge namens Joris. Er kommt von dem Vergnügungsplaneten Darris, wo er einige Jahre lang unter Drogeneinfluß als eine Art Lustknabe von seinem „Vormund“ gehalten wurde. Offenbar hat sich seine Körperchemie mittlerweile so an die Droge gewöhnt, dass er sie völlig normal abbaut und weder von ihr beeinflusst wird noch abhängig ist. Gegen das Versprechen auf Kronzeugenschutz hat er sich bereit erklärt, gegen das Syndikat auszusagen. In Zuge dessen wies er uns auch darauf hin, dass der Lethianer recht erfahren mit Sprengstoffen ist. Unter einigen Schwierigkeiten konnte der verhinderte Meuchelmörder schließlich dingfest gemacht werden. Joris wird die Station demnächst mit einem Offizier von Starfleet Intelligence verlassen und nach seiner Aussage eine neue Identität zugewiesen bekommen.
Bei der Untersuchung der ganzen Angelegenheit habe ich die Bekanntschaft von drei jungen Fähnrichen, frisch von der Akademie, gemacht: Fähnrich Celvin Tucker, ein Halb-Betazoid von der Sicherheit; Fähnrich Djabulitin Aspikaparow, ein usbekischer Techniker mit dem Spezialgebiet Hyperfrequenzfeldtheorie und Fähnrich Dr. Bayaar Calesh, eine bajoranische Ärztin. Alle drei sind sehr motiviert und verdienen für ihren Einsatz eine lobende Erwähnung.

View
Stardate etwas später, Admiral´s Log

Es ist etwas faul auf der U.S.S. Rome

Nach den Berichten von Fähnrich Tucker und Dr. Bayaar zu schließen, stimmen auf dem Frachtschiff, auf dem sie zur Station gekommen sind, einige Dinge nicht so ganz. Daher werde ich eine Untersuchung der U.S.S. Rome anordnen. Es hat auch Vorteile, ein Admiral zu sein.

View
Stardate noch etwas später, Admiral´s Log

Ein neues Kampfschiff!

Fast die gesamte Mannschaft der U.S.S. Rome wurde bei der psychologischen Bewertung als schwer gestört beurteilt. Offenbar teilen sie alle extreme Hassgefühle gegenüber den Klingonen. Bis auf zwei der Offiziere wurden alle in ein Sanatorium gebracht, wo sie bis auf weiteres bleiben werden. Ich habe die U.S.S. Rome für die Station angefordert, sie verfügt über ausgezeichnete Schilde, Phaser mit Phasenverschiebungskonvertern und eine erstaunlichen Menge an Photonentorpedos. Offenbar hatte der Captain vor, irgendwann einmal einen Privatkrieg mit den Klingonen vom Zaun zu brechen. Sobald die notwendigen Reparaturen an den Lebenserhaltungssystemen und Replikatoren vorgenommen sind, haben wir damit ein Kampfschiff auf der Station, das praktischerweise auch noch aussieht wie ein Frachter. Jetzt fühle ich mich schon wohler. Runabouts sind nützliche kleine Schiffe, aber so etwas wie die Rome hat mir schon etwas gefehlt…

View
Stardate irgendwann, Admiral´s Log

Der Meditationsspiegel der Altaû

Soeben konnte ein größerer diplomatischer Zwischenfall zwischen den Altaû und der Föderation gerade noch vermieden werden. Vor einiger Zeit wurde dem Botschafter dieser Rasse nämlich sein Meditationsspiegel gestohlen. Diese Artefakte besitzen bei den Altaû große Bedeutung: Wenn der Spiegel nicht bald wieder gefunden worden wäre, hätte der Botschafter Selbstmord begehen müssen. Außerdem hätte es eine unerträgliche Schande für ihn dargestellt, wenn das Wissen über diesen Diebstahl öffentlich bekannt geworden wäre. Daher konnte ich nur eine kleine Zahl von Leuten einweihen: Neben mir wussten zunächst nur Cmdr. Vrenskaya und Cmdr. Askui Bescheid. Da ich es aber für notwendig hielt, auch über Leute mit weniger hohem Bekanntheitsgrad zu verfügen, weihte ich auch die Fähnriche Bayaar und Tucker ein. Bei einem Gespräch mit dem Botschafter und seinem Leibdiener erfuhren sie, dass der Dieb, der einen der Sgard (die Dienerrasse der Altaû) niedergeschlagen hatte, um den Spiegel zu stehlen, ein Parfüm von ilirianischer Tanne verwendet hatte. Außerdem war einige Tage vorher ein Romulaner in der Botschaft gewesen, der über den Kauf von Euklidium mit dem Botschafter verhandeln wollte, dabei aber wegen Unhöflichkeit aus der Botschaft geworfen wurde.
Nach einigen Nachforschungen fanden die beiden Fähnriche heraus, dass ilirianische Tanne nur von wenigen Völkern verwendet wird, hauptsächlich von Romulanern, Vulkaniern und Cardasssianern.
Auf der Suche nach dem Romulaner, der in der Altaû-Botschaft gewesen war, stellten wir schließlich fest, dass er sich offiziell nie auf der Station gefunden hatte. Allerdings konnten Bayaar und Tucker einen Zeugen finden, bei dem er sich ein Parfüm mit dem Geruch nach ilirianischer Tanne gekauft hatte.
Schließlich gelang es den beiden, den Romulaner in Sperber´s Saloon, einer schummrigen Kneipe in den unteren Leveln, dingfest zu machen. Dieser allerdings zeigte sich nicht allzu kooperationsbereit, aber wir konnten herausfinden, dass er wohl schon auf einigen Welten wegen diverser Verbrechen gesucht wurde. Als ich ihm androhte, ihn an die Cardassianer auszuliefern, stellten wir fest, dass er vor den Verhörmethoden dieses Volkes wohl besonders viel Angst hat. Daraufhin entwickelten Bayaar und Tucker den Plan, Mr. Genaar, den cardassianischen Buchhändler, als Gul auszugeben und den Romulaner so einzuschüchtern. Ich stimmte zu.
Als die beiden jedoch bei dem Buchladen ankamen, trafen sie nur Genaars verängstigte Tochter an. Offenbar waren einige Romulaner gekommen, um ihren Vater mitzunehmen. Sie hätten dabei nach einem Spiegel gefragt. Allerdings konnte der Cardassianer entkommen.
Genaar war vor seinen Verfolgern offenbar zur Docking Bay geflohen. Dort mietete er ein Shuttle und floh in Richtung des Planeten Urian 2, den die Station umkreist. Die Romulaner jedoch konnten herausfinden, wo der Buchhändler hinwollte und folgten ihm in einem ihrer Botschaftsschiffe. Sie konnten sein Shuttle abschießen, sodass es auf Urian 2 notlanden musste. Die Romulaner flogen weiter hinterher und tauchten ebenfalls in die Atmosphäre ein.
Da auf diesem Wüstenplaneten viele Stürme toben, die durch die ionisierten Sandpartikel, die sie mit sich tragen, jede Sensorenmessung unmöglich machen, schickte ich Bayaar und Tucker in Begleitung von Cmdr. Vrenskaya hinter den beiden Schiffen her. Ich selbst begab mich zu dem romulanischen Botschafter Movar, der mir von einer mysteriösen Botschaft erzählte, die er erhalten hatte. Darin war er über den Diebstahl aufgeklärt worden. Offenbar behauptete der geheimnisvolle Absender, dass das Verbrechen im Auftrag der Cardassianer und ihrer Verbündeten im Dominion ausgeführt wurde, um die Verhältnisse zwischen Romulanern, Föderation und Altaû zu verschlechtern. Allerdings habe er seinen Leuten natürlich nicht befohlen, Genaar anzugreifen: Offensichtlich eine bedauerliche Überreaktion…
Auf dem Planeten, dessen Atmosphäre ein Bakterium enthält, das Romulaner extrem paranoid und aggressiv macht, wurden Bayaar, Tucker und Vrenskaya von den Botschaftsangehörigen angegriffen. Zu ihrem Glück erwies sich die ionisierte Atmosphäre von Urian 2 als phasenverzerrend auf die Phaser, sodass zunächst niemand zu Schaden kam. Bald schon gelang es aber den Romulanern, ihre Phaser zu modifizieren. Dies hätte Tucker fast das Leben gekostet, wenn nicht Genaar im richtigen Moment aufgetaucht wäre und den Romulaner, der die drei bedrohte, mit einem Bogen außer Gefecht gesetzt hätte.
Daraufhin führte er Tucker, Bayaar und Vrenskaya in eine Ruinenstadt, von der er behauptete, er habe davon in einer archäologischen Fachzeitschrift gelesen und sie außerdem beim Anflug gesehen – beides nicht sehr wahrscheinlich, da bisher noch niemand irgendwelche Ruinen oder andere Zeichen von Zivilisation auf diesem Planeten gefunden hatte. In der Ruinenstadt konnten die vier den heftigen Sturm abwarten, der gerade in dieser Gegend tobte. Nachdem er sich etwas gelegt hatte, fand Bayaar bei einer Untersuchung der Stadt einen Park voller fast zerstörter Statuen, die wohl jene geheimnisvoller Aliens darstellen, die man als die „Vorfahren“ kennt. Dies hier ist die erste Stadt, die man je von ihnen gefunden hat.
Auf dem Rückweg zu dem Runabout, mit dem die vier Urian 2 wieder verlassen wollten, kam es noch zu einer kleinen Schießerei mit den Romulanern. Dennoch gelang es allen, mehr oder weniger unversehrt zur Station zurückzukommen. Genaar weigerte allerdings trotz seiner Verletzung, auf der Krankenstation zu bleiben.
Da der Buchhändler sich auch durch seine Weigerung zu erklären, woher er von der Stadt wusste, nicht unverdächtiger machte, durchsuchten Bayaar und Tucker seine Quartiere, fanden jedoch keinerlei Hinweise auf den Spiegel. Auch Untersuchungen auf dem Planeten brachten keine Ergebnisse.
Schließlich sahen wir uns genötigt, auf den ursprünglichen Plan der beiden Fähnriche zurückzugreifen und Genaar als cardassianischen Gul zu verkleiden. Der romulanische Dieb war über das Auftauchen eines Angehörigen des Militärs sehr verwirrt und gestand schließlich, dass er den Spiegel tatsächlich im Auftrag der Cardassianer gestohlen hatte. Danach hatte er das wertvolle Artefakt dem klaestronischen Botschafter, dessen Volk schon lange mit den Cardassianern verbündet ist, übergeben.
Tatsächlich gelang es Askui dann auch, den Spiegel dort vorzufinden, und ich konnte ihn dem Botschafter der Altaû zurückgeben. Dieser war darüber so entzückt, dass er sowohl mir als auch Bayaar und Tucker einen seiner Diener „schenkte“. Unglücklicherweise wäre es eine große Beleidigung, ein solches Geschenk abzulehnen, sodass sich Bayaar und Tucker wohl an Zip und ich mich an Dema gewöhnen werden müssen. Immerhin scheint Orange die kleine Sgard zu mögen…

View
Stardate weiß-der-Teufel-wann: Admiral´s Log

Besuch von den Altaû

Heute konnten wir auf der Station einen besonderen Gast begrüßen: Die zweite Cousine des Altaû-Botschafters Kú-ar-rath, die Künstlerin Du-na-rath, stattet uns einen Besuch ab. Sie ist offenbar recht neugierig auf die Fremden, mit denen ihr Volk vor kurzem Kontakt aufgenommen hat und möchte mehr über die Föderation und ihre Sitten erfahren. Sie hat sogar eingewilligt, ein kleines Konzert zu geben, auf das ich schon sehr gespannt bin.

View
Stardate nach-dem-Konzert: Admiral´s Log

Konzert und Geisterjagd

Ich komme gerade von dem Konzert der Altaû-Künstlerin Du-na-rath, und ich muss sagen, dass ich sehr beeindruckt bin. Die Musikerin hat sich nicht damit begnügt, auf ihrem vierarmigen Saiteninstrument zu spielen, sondern gleichzeitig durch die graziöse Bewegung ihrer Hände und Arme den Eindruck eines Tanzes erweckt.
Ich war nicht der einzige der begeistert war, sogar Pok´ttha´h, der klingonische Botschaftssekretär, fand die Darbietung anregend – obwohl er einmal kurz eingenickt ist…
Auch die Fähnriche Bayaar und Tucker waren eingeladen. Mister Tucker hat in der letzten Zeit als Geisterjäger von sich reden machen, da er wohl in den Maschinendecks und Zugangsröhren recht eifrig nach dem Geist gesucht hat, der auf der Station herumspukt. Gefunden hat er allerdings nichts – außer dem Spott einiger Ingenieure…

View
Stardate Tag-nach-gestern: Admiral´s Log

Gestohlene Artefakte

Gerade sind die Fähnriche Bayaar und Tucker zusammen mit Cmdr. Vrenskaya von einer erfolgreichen Mission zurückgekehrt. Sie konnten die Artefakte wiederbeschaffen, die Dr. Arkadij Vrenskaya, Cmdr. Vrenskayas Ex-Mann, von Urian 2 gestohlen hatte.
Dr. Vrenskaya, ein recht bekannter Archäologe, war vor einigen Wochen in Zuge der Ausgrabungen auf Urian 2 als Verstärkung des Forscherteams auf die Station gekommen. Cmdr. Vrenskaya war alles andere als erbaut, ihn hier zu sehen – offensichtlich ist die Scheidung der beiden nicht allzu sauber abgelaufen.
Da sich Dr. Vrenskaya allerdings hauptsächlich auf Urian 2 aufhalten wollte, rechnete ich nicht mit größeren Problemen. Ich hatte mich getäuscht: Nur wenige Tage nach seiner Ankunft verschwand der gute Doktor von der Planetenoberfläche. Die Nachforschungen, die Tucker und Bayaar anstellten, ergaben, dass er mit einigen Artefakten, die er wohl in einem der noch verschütteten Räume gefunden hatte, in Richtung Bajor verschwunden war – offenbar mit der Absicht, die einzigartigen Gegenstände dort zu verkaufen.
Um dies zu vereiteln, folgte ihm Cmdr. Vrenskaya mit den beiden Fähnrichen. Tatsächlich gelang es Bayaar und Tucker, sich in die Versteigerung der Artefakte hineinzuschmuggeln, bei der auch ein cardassianischer Gul namens Mikat anwesend war. Kurz darauf konnten die bajoranischen Autoritäten Dr. Vrenskaya verhaften und die Artefakte sicherstellen.
Die Gegenstände wurden dann nach DS 5 zurückgebracht. Es handelt sich bei ihnen um sechs Stäbe unterschiedlicher Länge, die aus einer Art violettem Holz bestehen und mit verschiedenen Symbolen markiert sind. Nach der Meinung der Experten wurden sie wohl zu kultischen Zwecken eingesetzt.
Bei der Betrachtung der Symbole fiel Tucker auf, dass er solche Zeichen schon einmal gesehen hatte: Als er nämlich in Zuge der Suche nach dem Meditationsspiegel die privaten Räume von Mr. Genaar, unserem Buchhändler, durchsucht hatte, waren ihm auf den Einbänden einiger Bücher solche Symbole aufgefallen. Bei genauerer Nachforschung hatte er damals herausgefunden, dass diese Zeichen auch noch von der bajoranischen Sama´a-Sekte verwendet werden, außerdem gleichen sie denen, die der verrückte klingonische Prophet Kong auf die Innenwände seiner Zelle geschmiert hat.
Verwundert über diese Übereinstimmungen fragte er also zunächst Mr. Genaar nach dem Herkunftsort dieser Symbole. Der Cardassianer behauptete, er habe sie von 4500 Jahre alten Ruinen auf seiner Heimatwelt abgemalt und würde sie jetzt zur Zierde verwenden. Dies scheint allerdings recht unwahrscheinlich, da die Cardassianer lange Zeit keine Denkmalpflege betrieben haben und unter den wenigen Überresten, die es auf Cardassia Prime noch gibt, keine so alten dokumentiert sind.
Bei Nachforschungen über Kong fand Tucker heraus, dass dieser sich wohl auf einem Forschungsflug in die grobe Richtung Bajor/Cardassia befunden hatte, als seinen Schiff irgendetwas seltsames zustieß. Es wurde später von einem anderen Raumer gefunden, die gesamte Besatzung außer Kong war tot, und er selbst war wahnsinnig und erzählte etwas von einem „Loch im Himmel“. Der Klingone wurde in eine Art Anstalt gesteckt und wäre sicher vergessen worden, wenn nicht einem Mann der Besatzung, die ihn gefunden hatte, einige Jahre später bewusst geworden wäre, dass Kong die Krise, in der das Reich zu diesem Zeitpunkt steckte, exakt vorhergesagt hatte. Daraufhin begann er, Kongs Gebrabbel zu dokumentieren und aufzuzeichnen, darunter auch die Symbole. Faszinierend an den Prophezeiungen ist, dass Kong vor 800 Jahren schon die jetzige Krise mit dem Dominion vorhergesehen hat…
Tucker ist der Meinung, dass Kong bei seinem verhängnisvollen Flug in das Wurmloch bei Bajor geraten sein könnte, was eine Erklärung für die Übereinstimmung seiner Symbole mit denen der immerhin schon fast 2000 Jahre alten Sama´a- Sekte wäre. Außerdem glaubt er, dass Genaar während der Okkupation auf Bajor war und dort diese Zeichen kennengelernt hat. Nicht nur das: Möglicherweise ist es ihm gelungen, etwas aus diesem Symbolen herauszulesen, was ihm den entscheidenden Hinweis auf die Ruinenstadt auf Urian 2 gegeben hat – immerhin eine bessere Erklärung für seine Entdeckung als alle, die der Cardassianer bisher geliefert hat…
Um den Sektor nicht noch mehr mit Glücksrittern und Hobby-Archäologen zu überfluten, als er es seit der Entdeckung der Ruinenstadt ohnehin schon ist, werden diese Erkenntnisse in einem engen Kreis bleiben. Außer mir und Tucker weiß noch der bajoranische Ranjen, der auf der Station einen kleinen Tempel unterhält, davon. Außerdem will ich auch Dr. Bayaar einweihen, da sie uns vielleicht Aufschluss verschaffen kann, was Genaar während der Okkupation auf Bajor getrieben hat.

View
Stardate kurz-danach: Admiral´s Log

Obsidianischer Orden?

Ich habe heute Nachricht von Starfleet Intelligence erhalten: Bei unserem Buchhändler Edran Genaar handelt es sich in Wirklichkeit um Torris Kolvat, einen hochrangigen Agenten des Obsidianischen Ordens. Bisher konnte allerdings nicht geklärt werden, ob die kleine Caiya Genaar wirklich seine Tochter ist. Auch die Identität der Mutter ist ungeklärt.

View
Stardate später-halt: Admiral´s Log

Cardassianer!

Fähnrich Bayaar konnte keinerlei Hinweise finden, dass unser Buchhändler jemals auf Bajor war, obwohl er mit seinem von cardassianischen Phänotyp etwas abweichenden Aussehen dort durchaus hätte auffallen müssen. Obwohl die Vermutung naheliegt, dass sich Genaar – oder Kolvat, wie auch immer – einer plastischen Operation unterzogen hat, behauptet Dr. Bayaar, dass sein Aussehen so in seiner DNA verankert wäre. Außerdem scheint Caiya wirklich seine Tochter zu sein. Eine weitere Merkwürdigkeit: In den gesamten Unterlagen, die wir von SI über die Cardassianer bekommen haben, gibt es weder Edran noch Caiya Genaar. Man sollte doch meinen, dass ein Agent des OO in der Lage ist, eine überzeugendere Tarnexistenz aufzubauen…
Apropos Cardassianer: Vor kurzer Zeit erschien in einer cardassianischen Fachzeitschrift für Archäologie ein Artikel von Gul Mikat über die merkwürdige Übereinstimmung der Symbole auf den Stäben von Urian 2, den Symbolen der Sama´a Sekte und den Zeichen des Kong. Von irgendwelchen Ruinen auf Cardasssia berichtete er aber nichts (wen wundert´s).

View

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.